Digitalisierung der Baustelle

Rückschau auf das Hilti Expertenforum BIM 2019

Die Baubranche befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Zwar löst das Thema Digitalisierung immer noch gemischte Gefühle aus, die Beteiligten sind sich aber alle einig: Die Bauprojekte müssen transparenter und produktiver werden. Dies erfordert neue Technologien, neue Standards, neue Prozesse und neue Formen der Zusammenarbeit. Auf dem Hilti Expertenforum BIM 2019 in Frankfurt am Main trafen sich im Februar Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen und Gewerken, um praktikable
Lösungen vorzustellen, neue Herangehensweisen zu diskutieren und Ausblicke auf die Zukunft zu geben.

Die Baubranche befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Zwar löst das Thema Digitalisierung immer noch gemischte Gefühle aus, die Beteiligten sind sich aber alle einig: Die Bauprojekte müssen transparenter und produktiver werden. Dies erfordert neue Technologien, neue Standards, neue Prozesse und neue Formen der Zusammenarbeit. Auf dem Hilti Expertenforum BIM 2019 in Frankfurt am Main trafen sich im Februar Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen und Gewerken, um praktikable Lösungen vorzustellen, neue Herangehensweisen zu diskutieren und Ausblicke auf die Zukunft zu geben.

Die Digitalisierung bietet der Bauindustrie ganz neue Möglichkeiten, integrativ arbeiten zu können. Während sich in der Planung neue Methoden wie BIM (Building Information Modeling) bereits etabliert haben, gilt es nun die digitale Planung auch auf die Baustelle zu bringen. Vor diesem Hintergrund entstehen spannende Diskussionen:

- Wie kommt das Modell auf die Baustelle (BIM-to-Field)?

- Welche Möglichkeiten bietet die digitale Baustelle?

- Welche Vorteile bieten sich für die Dokumentation und Übergabe an den Bauherrn (Field-to-BIM)?

In seinen einleitenden Worten auf dem Hilti BIM Expertenforum 2019 gab Dr. Stefan Nöken, Mitglied des Vorstandes der Hilti AG, einen Ausblick auf die bevorstehenden Veränderungen: „Die momentane Veränderung der Bauindustrie ist so substantiell, dass in den nächsten zehn Jahren mehr passieren wird, als in den vergangenen 100 Jahren.“

„Getrieben wird das durch ganz neue technologische Möglichkeiten – BIM ist nur eine davon. Eingang in die Bauindustrie finden beispielsweise auch die künstliche Intelligenz, die virtuelle Realität, das 3D-Drucken, die Automatisierung der Baustelle oder die Vorfabrikation.“

Neben den neuen Technologien sind die Daten entscheidend. So entstehen neue Datenplattformen, die es sehr viel einfacher machen Daten zu speichern, zu handhaben und auszutauschen. Dr. Stefan Nöken weiter: „Noch wichtiger in diesem Zusammenhang ist die Veränderung unseres Zusammenspiels: weg von einem sehr kleinteiligen, zum Teil gegeneinander Arbeiten hin zu einem integrierten Zusammenarbeiten an größeren Themenstellungen auf der gemeinsamen Suche nach den besten Lösungen.“


Erst digital, dann real

Erklärtes Ziel für die Zukunft ist, erst digital, dann real zu bauen. Das impliziert große Effizienzpotentiale sowohl in der Designphase, in der Bauphase als auch im Unterhalt. Zwar arbeitet man derzeit noch an rechtlichen Standards und Normen, aber schon jetzt fordern viele große Bauträger und öffentliche Auftraggeber in ihren Ausschreibungen die Verwendung von digitalen Methoden. Das Verkehrsministerium setzt auf ein verbindliches Stufenmodell für öffentliche Infrastrukturprojekte bis ins Jahr 2020.

Dass die digitale Baustelle heute schon funktioniert, stellten auf der Veranstaltung in Frankfurt am Main Vertreter aus der Forschung und Praxis dar. So zeigte Prof. Dr.-Ing. Katharina Klemt-Albert, CEO albert.ing GmbH, zunächst internationale Sichtweisen auf, gab einen Überblick über nationale Initiativen (z.B. buildingSmart) und Pilotprojekte sowie aktuelle Herausforderungen und Trends (z.B. Customizing). Anschließend stellte Prof. Dr.-Ing. Jörg Blankenbach, Lehrstuhl für Bauinformatik & Geoinformationssysteme an der RWTH Aachen, das BIM-Center Aachen vor – ein Netzwerk zwischen Wissenschaft und marktführenden Unternehmen in der Gebäudetechnik, das sich zum Ziel gesetzt hat BIM in die Ausführung zu bringen.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Implenia Hochbau GmbH, Dr. Matthias Jacob, erläuterte in seinen Ausführungen schließlich wie das digitale Modell auf die Baustelle kommt, welche Vorteile die Verknüpfung des Gebäudemodells mit einer Datenbank und die konsistente Datennutzung über den gesamten Lebenszyklus bringen (z.B. Kollisionsprüfung, digitale Fehlersuche). Gleichzeitig versuchte er den Teilnehmern des Forums eventuelle Ängste zu nehmen: „Das digitale Gebäudemodell ist kein Hexenwerk. Es ist nur eine Chance zum integralen, gemeinsamen Planen mit mehr Kommunikation und einem gleichen Wissensstand für alle.“

Aufklärung in Sachen Rechtssicherheit, Haftungsfragen und der Schnittstellenproblematik bei BIM-Projekten konnte KNH Rechtsanwalt Eduard Dischke leisten. Komplettiert wurde der informative Tag durch Projektbeispiele von ausführenden Unternehmen wie der Ed. Züblin AG, der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG oder des Betreiberunternehmens SPIE Deutschland GmbH. Abschließend zeigte Hilti wie die digitalen Daten gewerkeübergreifend genutzt werden – beispielsweise zum Einmessen einzelner Befestigungen – und wie der Hersteller seinen Kunden als Partner im Digitalisierungsprozess zur Seite steht.

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