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Change Management – Digitale Transformation: Planen, Bauen, Betreiben

Vortrag: Building Information Modeling Needs Remodeling

Das Zeitalter der Digitalisierung fordert ein Umdenken der Gesellschaft. Menschen, Maschinen, Anlagen, Bauwerke und Produkte kommunizieren und kooperieren über digitale Prozesse direkt miteinander und werden damit effizienter und flexibler. Die Auswirkungen der digitalen Vernetzung werden in den kommenden Jahren die Art und Weise, wie in Deutschland produziert, gearbeitet aber auch gelehrt wird, nachhaltig verändern. Einige sprechen von der vierten Industriellen Revolution als eine der größten Transformationen der Industriegeschichte.

Zugleich eröffnet die Digitalisierung, insbesondere die Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM), neue Perspektiven für die Planung, das Design, das Bauen und den Betrieb von Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen. Die mittelständische Bauwirtschaft, Planer, Architekten und Ingenieure sowie die Auftraggeber von Bauleistungen müssen sich zukünftig vor allem über Change Management strukturiert mit dieser Thematik auseinandersetzen. Impulse hierfür liefert u.a. die Veranstaltung „Change Management – Digitale Transformation: Planen, Bauen, Betreiben“ am 26. September 2018 in Münster, die von der IHK Nordrhein-Westfalen u.a. in Zusammenarbeit mit den Architektur- und Ingenieurbüros pbr Planungsbüro Rohling AG und agn initiiert wurde (https://www.ihk-nordwestfalen.de/System/vst/3498908?id=302458&terminId=478133#titleInText1).

 

Mut beweisen und neue Techniken nutzen

Dr. Johannes Wessels, Mitglied der Geschäftsleitung des Architektur- und Ingenieurbüros pbr AG und insbesondere für das Building Information Modeling verantwortlich, möchte an diesem Tag mit seinem Vortrag „Modeling needs Remodeling – Wie BIM und Digitalisierung im Planen und Bauen Prozesse und Strukturen verändert“ dazu auffordern, Mut zu beweisen und die Augen vor neuen Techniken nicht zu verschließen. Dr. Wessels, der zusammen mit seinem Team die Arbeitsmethode BIM in der pbr AG implementiert hat, ist der Meinung, dass es zukünftig nicht mehr ausreichen wird, mit den Köpfen von gestern und deren Wissen von vorgestern im Heute die Gebäude für morgen zu planen oder zu betreiben. „Wir dürfen uns nicht im Kopf verschließen und an alten Planungsmethoden festklammern, wollen wir einen Vorteil im gesamten Prozess für uns ziehen“, so Dr. Johannes Wessels.

 

Vorteile durch BIM

Zu den Vorteilen, die sich ergeben, wenn man dem BIM-Prozess offen und ohne die bekannten Vorurteile begegnet, zählen eine deutliche Verlagerung der Prozessqualität in der Planung hin zu frühen Planungsphasen. Für den Planer ergibt sich – ist der Prozess durchgängig etabliert – die Möglichkeit einer frühen digitalen Kollisionsprüfung im Gesamtmodell. Diese geht einher mit einer Qualitätssteigerung – besonders in der Leistungsphase 3. Was früher erst in der Ausführungsplanung stattgefunden hat, findet heute prozessbegleitend bereits in den ersten drei Leistungsphasen statt. Aber ein vernünftig durchdachter und richtig eingesetzter Prozess bietet noch mehr Möglichkeiten. Bisher recht statisch ablaufende regelmäßige gemeinsame Besprechungen zwischen Planer und Bauherr können – bei richtigem Einsatz – sehr viel an Effizienz und Qualität gewinnen.

Durch die zunehmende Verfügbarkeit herstellerübergreifender Datenbanken mit Objekten für die direkte Einbindung in digitale Gebäudemodelle werden mittel- bis kurzfristig bisherige analoge Planungsmappen, Mustermappen und Ordner in den Architekturbüros obsolet! Zeichnet der Architekt z.B. einen Fensterausschnitt, so ist die Software in der Lage, bereits im Hintergrund die Verfügbarkeit passender Produkte anzuzeigen und so kostenintensive Sonderanfertigungen zu vermeiden. Weiter geht es in der Baustellenlogistik. Hier wird zukünftig „just-in-time“ die Anlieferung aller gerade benötigten Baumaterialien direkt an die Baustelle möglich.

 

Implementierung von BIM

Zur Implementierung der Arbeitsmethode BIM in ein Unternehmen gilt es, eine BIM-Strategie zu erarbeiten. „In unserem Unternehmen haben wir damit etwa in 2015 begonnen“, so Wessels. Nach einer Ist-Analyse (z. B. aktueller Stand Hard- und Software, Know-how der Mitarbeiter etc.) wurden Ziele definiert und erarbeitet, welche Workflows im Unternehmen umgestellt werden müssen. Erst dann ging es für die pbr AG in Pilotprojekte, denen nach Abschluss eine Auswertung „lessons learned“ folgte. Während dieser Phase wurden stetig die Prozesse weiter optimiert, Software verdichtet, fehlende Werkzeuge ergänzt. Der ganze Prozess hat in der pbr AG bis 2017 gedauert.

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