„Public Cloud“ statt „Private Cloud“

Einsatzmöglichkeiten und Bedeutung für öffentliche Cloud-Computing-Modelle

Während Baustellen zunehmend dynamischer und Planungszyklen immer kürzer werden, bleibt die IT vieler Unternehmen mit einer Private Cloud meist starr. Die Public Cloud (bspw. SAP Cloud ERP) bietet sich hier als Gamechanger an: es werden i. d. R. Abläufe vereinfacht, die Zusammenarbeit verbessert und lässt Unternehmen die Umsetzung der Digitalisierung im Unternehmen leichter realisieren.

Bild: NTT DATA Business Solutions

Bild: NTT DATA Business Solutions
Public Cloud bedeutet in erster Linie: Unternehmen müssen keine eigene IT mehr betreiben. Statt Servern im eigenen Gebäude (Private Cloud), lokalen Installationen und kontinuierlichen eigenen Updates laufen Software und Daten bei einer Public Cloud zentral über das öffentliche Internet.

Die entscheidenden Vorteile für ein Public-Cloud-System sind, das es unabhängig von den nutzenden Unternehmen aktualisiert wird, regelmäßig neue Funktionen erhält und zudem hohe Sicherheitskriterien erfüllt, ohne dass Unternehmen dafür neue Hardware bzw. Software kaufen müssen. Die Private Cloud ist daneben im Aufwand groß, da die Vorteile einer Public Cloud nicht vorliegen und der Wartungsaufwand dadurch von einem Unternehmen selbst veranlasst und die Sicherheitskriterien erfüllt werden müssen.

Wie die Public Cloud den Arbeitsalltag verändern kann

Der typische Projektalltag ist oft eine Mischung aus E-Mails, Tabellen, PDF-Anhängen und Ordnerstrukturen. Eine Änderung im Plan? Dann beginnt die Suche: „Wer hat die aktuelle Version?“ – „Ist das schon eingebaut?“ – „Warum stimmen die Maße nicht?“ Solche Fehler kosten Zeit und sorgen für unnötige Diskussionen.

Mit der Public Cloud entsteht ein gemeinsamer digitaler Raum, den alle Beteiligten nutzen. Pläne, Modelle, Dokumentationen oder Aufmaße können dort zentral abgelegt werden und sind dann jederzeit überall verfügbar, ob im Büro oder auf der Baustelle. Auch Handwerksbetriebe profitieren: Materialbestellungen, Nachweise oder Fotos vom Baufortschritt lassen sich direkt im System statt in einzelnen Messenger-Chats oder Papiermappen ablegen.

Datenschutz und Sicherheit

Yannick Lotz.
Bild: NTT DATA Business Solutions

Yannick Lotz.
Bild: NTT DATA Business Solutions
Viele Unternehmen der Bau- und Gebäudebranche arbeiten mit sensiblen Informationen, von Projektplänen bis hin zu Vertragsunterlagen. Deshalb ist Sicherheit ein berechtigtes Thema. Entscheidend ist jedoch weniger der physische Ort, an dem die Daten liegen, sondern die Art und Weise, wie sie geschützt werden. Moderne Cloud-Lösungen arbeiten mit klaren Zugriffsrechten, Verschlüsselung und einem lückenlosen Protokoll aller Aktivitäten. Das bedeutet: Nur berechtigte Personen sehen, was sie sehen sollen, und jede Änderung ist nachvollziehbar. Für besonders hohe Anforderungen lassen sich Systeme auch nur in Europa oder Deutschland betreiben. In der Praxis zeigt sich dennoch oft: Die großen Cloud-Anbieter bieten ein Sicherheitsniveau, das viele Unternehmen mit eigener IT kaum erreichen können. Zertifizierungen, regelmäßige Prüfungen und automatische Updates sorgen dafür, dass Systeme stets aktuell bleiben.

COMPUTER SPEZIAL fragt nach

Die Redaktion sprach mit den Autor Yannick Lotz, der Unternehmen auf ihrem Weg in die SAP Public Cloud begleitet, von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Go-Live.
COMPUTER SPEZIAL (CS): Herr Lotz, Sie betonen, dass Public Cloud-Lösungen im Bau- und Planungsalltag sehr schnell Wirkung zeigen können. Wo merkt man diese Wirkung zuerst?
Yannick Lotz: Die Public Cloud wirkt überall dort, wo viele Beteiligte mit denselben Informationen arbeiten müssen. Ein klassisches Beispiel ist die Planungskoordination: Architektinnen, Ingenieure, TGA-Fachplaner und Handwerksbetriebe greifen oft auf unterschiedliche Datenstände zu. In der Public Cloud liegt ein Plan zentral ab und jede Änderung daran ist sofort sichtbar. Das reduziert Rückfragen enorm. Ein weiterer Bereich ist die Dokumentation. Ob Baustellenfotos, Aufmaße oder Nachweise: Früher lagen diese Informationen verteilt in eigenen Ordnern, in E-Mails oder auf Smartphones. Heute landen sie direkt im System und stehen allen Teams zur Verfügung.
CS: Sie sagen außerdem, dass die Public Cloud „in Monaten statt in Jahren“ eingeführt werden kann. Was bedeutet das konkret?
Yannick Lotz: Die langen Projektzyklen klassischer IT-Einführungen gehören der Vergangenheit an. Es gibt vordefinierte Abläufe, Templates und klare Standards. Dadurch entfällt viel Vorarbeit. In vielen Projekten sehen wir Umsetzungszeiten von 12 bis 18 Monaten. Bei guter Vorbereitung auch deutlich darunter. Manche Unternehmen sind sogar in 6 Monaten live gegangen.
CS: Ist die Public Cloud für die meisten Unternehmen der Baubranche heute überhaupt realistisch nutzbar?
Yannick Lotz: Ja, absolut. Die Lösungen sind ausgereift und die Sicherheitsstandards hoch. Die Frage ist weniger, ob Unternehmen die Public Cloud nutzen können, sondern wann sie den Schritt gehen.
CS: Eine letzte Frage: Wenn Sie Unternehmen einen Rat auf den Weg geben könnten, womit sollten sie anfangen?

Yannick Lotz: Transformationsprozesse wie der Wechsel in die Public Cloud können nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. Nehmen Sie die Mitarbeitenden von Beginn an mit. Wenn Teams verstehen, warum die Public Cloud eingeführt wird und wie sie den Alltag konkret erleichtert, wird das Projekt erfolgreich. Auf diesem soliden Fundament lässt sich aufbauen.

x

Thematisch passende Artikel:

ERP-Systeme für Handwerker

E-Rechnung, Dokumentationspflichten, elektronische Arbeitszeitnachweise – der administrative Aufwand ist für Handwerksunternehmen in den letzten Jahren gestiegen. Gleichzeitig erwarten Kunden im...

mehr

Deutsche Version der ERP-Software „4PS Construct“ erhältlich

Die 4PS Bausoftware GmbH setzt ihre stetige Entwicklung im deutschen Markt fort. Die erste deutsche Version von „4PS Construct“, der ERP-Software für den Bau, wurde fertiggestellt und steht jetzt...

mehr
Ausgabe 02/2025

Komplexe Projekte transparent steuern mit KUMAVISION ERP-Branchensoftware

Termindruck, steigende Kosten, knappe Ressourcen und viele wechselseitige Abhängigkeiten: wer Bau- und Immobilienprojekte erfolgreich planen, steuern und auswerten will, braucht mehr als...

mehr