Informationsvorgaben prüfbar machen: openBIM-Workflow mit IDS

BIM-Modelle bieten Planungs- und Baubeteiligten über den gesamten Lebenszyklus eines Objekts den entscheidenden Vorteil einer zentralen, konsistenten Datenquelle, die relevante Fachinformationen bündelt. Um diesen Vorteil voll auszuschöpfen, müssen die enthaltenen Informationen klar strukturiert, vollständig und maschinenlesbar sein. Mit den Information Delivery Specifications (IDS) steht Auftraggebern ein standardisiertes Instrument zur Verfügung, um Informationsanforderungen in openBIM-Workflows präzise zu definieren.

Vereinfachte Darstellung des openBIM-Workflows mit Auftraggeber (AG) und Auftragnehmer (AN).
Bild: BVBS (in Anlehnung an buildingSMART Int.)

Vereinfachte Darstellung des openBIM-Workflows mit Auftraggeber (AG) und Auftragnehmer (AN).
Bild: BVBS (in Anlehnung an buildingSMART Int.)
Das von buildingSMART International entwickelte offene Austauschformat IDS basiert auf dem XML-Schema. Es beschreibt klar, welche Informationen ein BIM-Modell enthalten muss – von Objekttypen und Klassifikationen über Materialien bis hin zu konkreten Eigenschaften und Attributen. Im Unterschied zu klassischen Anforderungskatalogen in PDF- oder Excel-Form sind IDS-Dateien sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar. Damit lassen sich Informationsanforderungen zwischen verschiedenen Softwarelösungen austauschen, durchgängig verarbeiten und automatisiert prüfen. Auftraggeber erstellen die IDS-Datei und übergeben sie gemeinsam mit den Modellanforderungen an die Auftragnehmer. Diese nutzen die IDS als Spezifikation, um die erforderlichen Informationen im IFC-Modell bereitzustellen. Anschließend prüft der Auftraggeber anhand seiner IDS-Datei in seiner Softwarelösung automatisiert die Konformität der erstellten BIM-Modelle mit den vereinbarten Informationsanforderungen.

„Eine IDS-Datei ist vergleichbar mit einer präzisen Zutatenliste, die zugleich verbindliche Qualitätskriterien vorgibt“, erläutert Mirbek Neumann, Technischer Projektmanager bei buildingSMART Deutschland. „Für jedes Bauteil ist exakt festgelegt, welche Klassifikationen, Eigenschaften oder Attribute verpflichtend, optional oder unzulässig sind. Das erhöht die Datenqualität deutlich und reduziert aufwändiges Nacharbeiten – über alle Gewerke hinweg. So kann mit IDS beispielsweise festgelegt werden, dass alle Wände eines Modells zwingend über eine Eigenschaft zur Feuerwiderstandsklasse verfügen müssen. Zusätzlich lassen sich die zulässigen Werte eindeutig definieren, etwa REI30, REI60 oder REI90.“

IDS ist gezielt auf die Anforderungen der ISO 19650, Teil 4 (vgl. Beitrag auf Seite 9) ausgerichtet und trägt zu konsistenten, vollständigen und messbaren Informationsübergaben entlang des gesamten BIM-Prozesses bei. Der BVBS unterstützt IDS als offenes Austauschformat, da es einen zentralen Baustein für den Übergang von dokumentenbasierten zu regelbasierten, software­gestützten Prozessen darstellt. Als herstellerneutraler Standard stärkt IDS zudem die Interoperabilität zwischen Softwarelösungen und trägt damit zur Digitalisierung von Planungs-, Bau- und Betriebsprozessen bei.

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