Schnelle Abrechnung mit System

Programm mit übersichtlicher Darstellung und einfacher Handhabung

Die Eggert GmbH ist auf den Tief- und Rohrleitungsbau spezialisiert und bearbeitet Aufträge von kommunalen Energieversorgern, Kommunen, Landesbetrieben und Unternehmen. Damit das Aufmaß und die Abrechnung der Projekte mühelos von statten geht, nutzen die Tiefbauspezialisten eine spezielle Software.

Da im Rohrleitungsbau unbekannte Trassenführungen Gefahren und Schadenspotenziale bieten, setzt die im münsterländischen Heek ansässige Eggert GmbH auf moderne Erkundungstechnik wie Georadar-Systeme. Diese ebnen den Weg für eine risikofreie Verlegung von Leitungen und Kanälen, die Überprüfung bisheriger Pläne sowie die Erkundung von Verlegetrassen vor der Anwendung von grabenlosen Verlegeverfahren. Etwa 80 % der Auftraggeber entscheiden sich für den Einsatz eines Georadar-Systems, da dieses die kostenträchtige Durchführung von Suchschlitzungen und Suchschachtungen überflüssig macht. Bei der Horizontalbohrtechnik, die eine kostengünstige und effiziente Arbeitsweise ermöglicht, ist der münsterländische Betrieb in seiner Region federführend.

Als Winfried Leusbrock 2011 das Unternehmen mit aktuell 70 Mitarbeitern gründete, führte er zeitgleich das Programm für Aufmaß und Mengenermittlung sowie Bauabrechnung „MWM-Libero“ ein. Der Geschäftsführer hatte bereits bei einer früheren Arbeitsstelle gute Erfahrungen mit dem Produkt des Bonner Softwarehauses MWM Software & Beratung GmbH gemacht.

LV als GAEB-Datei einlesen

Vor der Abrechnung steht die Angebotsbearbeitung. Zwecks Abgabe eines Angebotes erhält das Unternehmen vom potenziellen Auftraggeber eine GAEB-Datei im Format GAEB DA XML mit dem Leistungsverzeichnis. Dieses liest Lucas Althoff, bei der Eggert GmbH u.a. für die Angebotserstellung zuständig, in das Programm „MWM-Pisa“ für eine schnelle Angebotsbearbeitung ein. Die Software stellt das LV mit seinen Positionen und den entsprechenden Kurz- und Langtexten übersichtlich in Tabellenform dar, in die Althoff dann seine Preise eingibt. Zusätzliche, nicht im LV enthaltene Positionen – z. B. der Einsatz eines Georadar-Systems – kann der Kalkulator problemlos nachträglich einfügen. Zecks Submission schickt Althoff das bepreiste LV als GAEB-Datei zurück zum Auftraggeber.

Ausdruck des Aufmaßblattes aus MWM-Libero
Bild: MWM Software & Beratung GmbH, Bonn

Ausdruck des Aufmaßblattes aus MWM-Libero
Bild: MWM Software & Beratung GmbH, Bonn

Erhält das Unternehmen den Auftrag, werden die Daten einfach in das Bauabrechnungsprogramm eingelesen. Einzelne Positionen können mit den verhandelten Nachlässen angepasst werden. Büroleiter Markus Herick, zuständig für die Abrechnung im Unternehmen, erklärt: „Das Programm bietet u.a. die Möglichkeit, entweder einen prozentualen Nachlass über alle Positionen zu hinterlegen oder spezielle Nachlässe bei einzelnen Positionen. Auch kann ich Skonti extra aufführen.“ Diese flexible Möglichkeit ist für Herick ein großer Vorteil.

Auf der Baustelle erfasst der Bauleiter zusammen mit dem Vertreter des Bauherrn die Materialmassen entweder auf Papier oder direkt digital. Letzteres bedeutet eine erhebliche Arbeitserleichterung. Die Massenansätze werden dann in der Software den einzelnen Positionen zugeordnet. Die Daten können auch per „Copy and Paste“ eingefügt werden. Das Programm stellt neben dem Eintippen der Daten oder der Handschrifterkennung weitere Erfassungsmethoden zur Verfügung. So können die Daten aus REB DA 11-Dateien und aus Excel importiert oder aus einem Laser-Entfernungsmesser mittels Bluetooth übertragen werden. Außerdem ist es möglich, das Aufmaß aus Bildern (jpg), Zeichnungen (dxf) und Querprofilen zu übernehmen sowie die Daten aus GPS-Vermessungssystemen. Darüber hinaus kann der Abrechner gleichzeitig Kriterien für die einzelnen Positionen anlegen.

MWM-Libero mit Bild-Editor und der Möglichkeit zur handschriftlichen Eingabe
Bild: MWM Software & Beratung GmbH, Bonn

MWM-Libero mit Bild-Editor und der Möglichkeit zur handschriftlichen Eingabe
Bild: MWM Software & Beratung GmbH, Bonn

Dies könnten z. B. geprüfte und nicht geprüfte Aufmaße, 1. Abschlag, 2. Abschlag etc. sowie verschiedene Kostenträger abhängig von der jeweiligen Baustelle sein. Die benötigten Berechnungsformeln sind im Programm selektierbar, wobei immer die zuletzt benutzte Formel vorgeschlagen wird. Somit ist für jeden Beteiligten – und speziell für den Auftraggeber – das Aufmaß nachvollziehbar. 

Individuell anpassbar

Sollten Abweichungen vorliegen, passt man diese mit dem zuständigen Bauleiter an. Bei erbrachten Mehrleistungen werden diese bei Eggert als Nachtrag einfach in der Baumstruktur eingefügt. Die individuelle Anpassbarkeit des Programms nutzt der Tiefbauspezialist auch bei anderen Projekten. So hat das Unternehmen mit den Stadtwerken einer Kommune einen Rahmenvertrag über drei Jahre abgeschlossen. Lucas Althoff: „Ab einem gewissen Zeitpunkt mussten wir die Preise anpassen und die Preissteigerung auch bei der Schlussrechnung mitberücksichtigen.“ Dazu legte der Kalkulator zwei Stammbäume in der Datei an. In diesen konnte er untergliedern, welcher Preis von wann bis wann galt und ab wann der erhöhte Preis zum Tragen kam. Bei einem anderen Versorger gab es im Rahmenvertrag in den Sparten Tief- und Rohrleitungsbau sowie bei den Stundenverrechnungssätzen unterschiedliche Preisanpassungen von 10, 5 und 7 %. Durch eine entsprechende Selektion der einzelnen Positionen konnte Althoff auf Knopfdruck die Preise anpassen. Abhängig vom Vertrag stellt Markus Herick entweder Abschlagszahlungen oder den Baufortschritt entsprechend in Rechnung. Die Abschlagszahlungen oder Schlussrechnung, letztere kann auch schon einmal bis zu 600 Seiten umfassen, leitet er als DA11-Datei an den Bauherren.

Übersichtliche Darstellung

Die eingesetzte Software sorgt bei den Auftraggebern dafür, dass selbst umfangreiche Baumaßnahmen übersichtlich dargestellt werden und somit besser prüfbar sind. Dabei können die Mengenermittlungen neben den Leistungsverzeichnispositionen beliebigen anderen Kriterien zugeordnet werden, wie Straßen, Kostenstellen, Teilrechnungsnummern, Achsabschnitten etc.

Flächensondierung mithilfe des Array-Systems
Bild: Eggert GmbH, Heek

Flächensondierung mithilfe des Array-Systems
Bild: Eggert GmbH, Heek

Des Weiteren hat der Abrechner zwecks interner Dokumentation pro Position eine Memofunktion zur Verfügung. Damit dokumentiert er, was bei der Abrechnung der Position zu beachten ist, also z. B. Veränderungen im Bauablauf, erwartete Mehrmengen, zurückgestellte Abrechnungen, Hinweise zum Grad der Fertigstellung etc. Um die Übersichtlichkeit zu behalten, kann er diese Positionen automatisch in der Baumstruktur markieren und in eine interne Liste drucken lassen. Mittels Suchfunktion kann der Abrechner auch bei großen Baumaßnahmen schnell auf seine Notizen zugreifen. Ein möglicher Suchbefehl wäre bspw. „Durchsuche 2.800 Positionen, bei denen im Memo-Text der Begriff ‚Nachtrag‘ steht“. Das gesamte Vorgehen trägt zur besseren Dokumentation bei. Die Auswertung ‑ Massendruck, Angebots- und Rechnungserstellung, Export ‑ erfolgt wahlweise nach Positionen oder freien Kriterien. Die Daten können nach GAEB, REB, zu Word, zu Excel und PDF und natürlich auf einen Drucker ausgegeben werden.

Als Vorteile sieht man bei Eggert neben der einfachen Handhabung und der Übersichtlichkeit des Programms auch den Service des Softwareunternehmens bei Fragestellungen.

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