Projektabläufe vollständig digitalisieren

Interview zu einer modularen All-in-One-Softwarelösung

„flowdit“ aus dem Softwarehaus reinstil ist eine modulare All-in-One-Plattform zur Digitalisierung von Checklisten, Audits, Inspektionen und Arbeitsabläufen. Sie ersetzt manuelle Formulare durch mobile, cloudfähige Prozesse und unterstützt Teams bei Qualitäts-, Wartungs-, Sicherheits- und Bauinspektionen sowie bei Inbetriebnahmeprozessen und im Projektmanagement. Im Interview erklärt Arne Reis, Geschäftsführer und Gründer der reinstil GmbH & Co. KG, die Vorteile einer vollständigen Digitalisierung und wie dieser Prozess mit der Softwarelösung umgesetzt werden kann.

COMPUTER SPEZIAL (CS): Herr Reis, Sie beraten seit vielen Jahren Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Transformation. Was hat Sie motiviert, die Softwarelösung „flowdit“ zu entwickeln und welchen Bedarf adressieren Sie im Markt?

Arne Reis: Nun, im Alltag und auch im Austausch mit Unternehmern ist mir immer wieder aufgefallen, wie analog hier teilweise noch gearbeitet wurde bzw. immer noch wird. Das allgegenwertige Klemmbrett unterm Arm ist hier das beste Beispiel. Gerade in der Baubranche, wo viele Gewerke ineinandergreifen, ist es unabdingbar die einzelnen Schritte sauber und für alle Beteiligten gut nachvollziehbar zu dokumentieren. Gleichzeitig muss alles einfach, effizient und transparent erfasst werden können.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir adressieren, ist die Optimierung von Wartungsprozessen und Qualitätssicherung. Speziell in Bereichen, wo Inspektionen und Dokumentationen für Qualität und Sicherheit unerlässlich sind, sollten diese Prozesse vereinfacht und digitalisiert dargestellt werden können. Wir wollten also eine Plattform schaffen, die den Arbeitsalltag von Bauleitern, Ingenieuren und Projektmanagern nachhaltig verbessert, einfach zu handhaben ist und fehleranfällige manuelle Dokumentationen ersetzt.

CS: Welche Hauptfunktionalitäten bietet die Softwarelösung für die Baubranche und wie unterstützt sie die Anwender in ihrem Arbeitsalltag?

Arne Reis: Die Hauptfunktionen sind, speziell im Hinblick auf die Braubranche, sicherlich die Möglichkeit digitale Checklisten für Wartung, Inspektionen und auch Qualitätssicherung zu erstellen. Mit dem Maßnahmenmanagement lassen sich Vorfälle und Tickets direkt kommentieren und eine aufwendige Kommunikation über separate Tools wie „WhatsApp“ entfällt. Zudem besteht eine Datenintegration in Echtzeit, also sofortiger Zugriff auf aktuelle Informationen und Dokumentationen. Ebenso eine automatische Validierung von Daten zur Vermeidung von Fehlern. Last but not least bietet das System ein multilinguales Interface und unterstützt auch mobiles Arbeiten vor Ort, ist also offline-fähig.

CS: Können Sie ein konkretes Beispiel aus der Branche nennen, wie ein Kunde die Plattform erfolgreich im Einsatz hat?

Arne Reis: Wir arbeiten seit einiger Zeit mit einem großen deutschen Baukonzern zusammen. Dort wurde auf vielen Baustellen noch sehr analog gearbeitet, also mit Papier, Excel und viel Nacharbeit im Büro. Mit „flowdit“ erfassen die Teams jetzt ihre Sicherheits- und Qualitätsprüfungen digital, direkt auf der Baustelle. Checklisten, Fotos und Hinweise werden vor Ort dokumentiert und sind sofort für alle Beteiligten sichtbar. Die positiven Effekte sind: kaum noch Rückfragen, deutlich weniger Zeitaufwand für Berichte und eine viel bessere Übersicht über offene Punkte. Vor allem die Bauleiter haben so jederzeit einen klaren Überblick darüber, was erledigt ist und was noch nicht.

CS: Wie lässt sich der Erfolg der Softwareanwendung in den Unternehmen messen?

Arne Reis: Hier zählen je nach Branche unterschiedliche Parameter mit unterschiedlicher Gewichtung. In jedem Fall ist die Zeitersparnis ein wichtiger Faktor. Wie schon erwähnt, sinkt durch automatisierte Validierungen die Fehlerquote um ein Vielfaches. Mehr Transparenz und effizientere Prozesse steigern natürlich auch die Produktivität, was auch im produzierenden Gewerbe für eine höhere Kundenzufriedenheit sorgt. Nicht zuletzt lässt sich durch die sichere Einhaltung aller Vorschriften auch eine Steigerung der Compliance beobachten.

CS: Das bautechnische Umfeld umfasst auch die Bereiche Sicherheit, Inspektionen und Compliance. Sind die damit verbundenen Aufgaben auch in der Lösung umsetzbar?

Arne Reis: Ja, absolut. Es lassen sich automatisierte Sicherheits- und Compliance-Checklisten darstellen. Das erleichtert die Einhaltung von Vorschriften. Alle Aktionen und Inspektionen können lückenlos dokumentiert werden, um im Falle einer Inspektion oder eines Audits jederzeit nachweisbar zu sein. Durch ein Rechte- und Rollensystem lassen sich Zugriffsrechte entsprechend einschränken. Nicht zuletzt erfüllen wir als Unternehmen auch alle notwendigen Anforderungen im Hinblick auf z. B. Server- und Datensicherheit.

CS: Was bedeutet für Sie „digitale Transformation“ konkret und wie sollte sich ein Unternehmen darauf vorbereiten?

Arne Reis: Digitale Transformation steht für mich nicht nur für Veränderung von Prozessen sondern quasi für einen Kulturwandel in den Unternehmen. Dazu ist es wichtig, alle Beteiligten von Anfang an mitzunehmen und in die neuen geplanten Abläufe mit einzubeziehen. Hierbei können z. B. frühzeitige Informationen über die geplanten Neuerungen und/oder auch Schulungen helfen. Ich denke, so kann eine Offenheit gegenüber Neuem gefördert und die gewünschte Flexibilität erreicht werden. Denn letztendlich gilt: Wer nicht digitalisiert, verliert langfristig an Wettbewerbsfähigkeit.

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