Bau-Turbo, Gebäudetyp E und digitaler Bauantrag müssen digital gedacht werden
Bauen wird schneller und einfacher – das versprechen die aktuellen Initiativen der Bundesregierung und der Bundesländer zur Beschleunigung des Bauens. Der sogenannte Bau-Turbo, der Gebäudetyp E sowie der digitale Bauantrag setzen an den richtigen Stellen an. Jedoch entfalten diese Maßnahmen ihre Wirkung nur dann, wenn sie konsequent digital umgesetzt und miteinander verzahnt werden.
Bild: BVBS, mit KI erstellt
„Planungs-, Genehmigungs- und Nachweisprozesse müssen medienbruchfrei digital ablaufen. Rechtliche Erleichterungen allein bewirken noch keine Beschleunigung der Prozesse im Bauwesen“, betont Prof. Dr. Joaquín Díaz, Vorstandsvorsitzender des BVBS. Insbesondere der digitale Bauantrag darf sich nicht auf eine Einreichung digitaler Daten beschränken. Der gesamte Genehmigungsprozess in den Behörden muss lückenlos digital realisiert werden, idealerweise sogar mit digitalen Bauwerksmodellen für die Bauvorlage.
Auch der Gebäudetyp E bietet große Chancen, Baukosten zu senken und Verfahren zu vereinfachen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Abweichungen von Standards rechtssicher, nachvollziehbar und digital dokumentiert werden können. „Die Potenziale der Digitalisierung und Deregulierung können sich gegenseitig verstärken. Digitale Nachweis- und Dokumentationsprozesse sind der Schlüssel, um Qualität, Haftung und Effizienz in Einklang zu bringen“, so Prof. Dr. Díaz.
Der BVBS fordert Bund und Länder auf, bundesweit verbindliche digitale Mindeststandards für Bauantrags- und Genehmigungsverfahren zu schaffen, offene Schnittstellen zu stärken und die Digitalisierung der Verwaltungen konsequent voranzutreiben. Nur so kann aus dem Bau-Turbo ein nachhaltiger Produktivitätsschub für Planung, Bau und Betrieb entstehen.
