Wettbewerb „Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft“ 2020

Auf der Fachmesse bautec in Berlin wurden im Februar 2020 zum 19. Mal die Preise im Wettbewerb „Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft“ verliehen. Die Veranstaltung des RKW Kompetenzzentrums unter der Schirmherr­schaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wird von So­zial­partnerschaften und Unternehmen aus der Bauwirtschaft mitgetragen und gefördert.

Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, prämierte die besten Arbeiten rund um die Digitalisierung der Bauwirtschaft in den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Baubetriebswirtschaft sowie Handwerk und Technik

Dr. Mandy Pastohr, Geschäftsführerin des RKW Kompetenzzentrums, zeichnete das Team vom Institut für Schadensbewertung GmbH für ihre automatisierte Erfassung von Betonrissen in Bodenflächen mit dem Sonderpreis „Startup“ aus. Zusätzlich überreichte Dr. Ulrich Klotz, Vorstandsmitglied der Ed. Züblin AG, den Sonderpreis.

Preisträger 2020:

Bereich Architektur

1. Platz: Zhiwei Meng, Technische Universität München für „Visualisierung des modellbasierten Kom­mu­ni­ka­tions­sys­tems für Entscheidungsfindung in frühen Entwurfsphasen“. Die Entwicklung des Kommunikationssystems erfolgt dabei durch die zwei Schritte Darstellung des optimierten Prozessmodells und Visualisierung einer Kommunikationsplattform.

2. Platz: Klaudia Jaskula, Technische Universität München für das architektenfreundliches Visualisierungs-Unterstützungstool „Archi-guide“ zum Vergleichen und Auswerten BIM-basierter Entwurfsvarianten in frühen Entwurfsphasen mit einer templatebasierten Methodik.

3. Platz: Serjoscha Benjamin Düring, Bauhaus-Universität Weimar, für seine Lösung zum datengestützten Entwerfen in urbanen Räumen. Ein integriertes Framework unterstützt Planer bei Erreichbarkeits- und Mobilitätsanalysen.

Bereich Baubetriebswirtschaft

1. Platz: Dennis Pawlowski, Ruhr-Universität Bochum, für seine Arbeit zum Tracking von Personen auf Baustellen. Der Kranführer erhält über eine Kamera Informationen über den Aufenthaltsort aller Personen, die sich in der Nähe des Krans befinden. Dadurch können Gefahren im Voraus erkannt werden.

2. Platz und Sonderpreis Ed. Züblin AG: Lars Hühnken, TU München, für die „MindWall“, die einen schnellen und flexiblen Kommunikationsfluss ermöglicht, der durch interaktive Verknüpfungen dynamisch strukturiert und intuitiv navigierbar wird. 

3. Platz: Xia Zhongxin, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), für die Untersuchungen von „Machine Learning“ in der Bauwirtschaft. In der Bauprojektierung sollen mit „Machine Learning“ Projektkosten und -dauer anhand von Bestandsdaten prognostiziert werden. Zudem wird innerhalb der Bauausführung eine Baufortschrittsanalyse durch Bilderkennung aufgenommen.

Bereich Bauingenieurwesen 

1. Platz: Jacqueline Rohrmann, TU München, für die Arbeit zur Entwurfsoptimierung in frühen Projektphasen „Generative Design in der Projektentwicklung“. In einem iterativen Prozess werden verschiedene Entwurfsoptionen erzeugt, miteinander verglichen und aussortiert. Dabei werden die drei evolutionären Operatoren Selektion, Rekombination und Mutation angewendet, um den Optimierungsprozess zu steuern. Für ein gegebenes Grundstück sollen optimale Kombinationen aus Position, Ausrichtung, Geschosszahl, Grundriss und anderen Aspekten gefunden werden.

2. Platz: Patricia Peralta Abadia, Bauhaus-Universität Weimar, für „Ein semantisches Modell für den 3D-Betondruck“. Hier werden aktuelle Ansätze zur Automatisierung der in der Bauproduktion implementierten Prozesse der Additiven Fertigung, z.B. für den 3D-Betondruck, präsentiert. Das PIMModell wurde als software- und technologieunabhängiges, semantisches Modell entwickelt und stellt einen wichtigen und erforderlichen Schritt zur Standardisierung von Parametern für den 3D-Betondruck dar.

3. Platz: Jonas Neukirchen, Ruhr-Universität Bochum, für seine Untersuchungen zu BIM für den Brückenbau: Schnittstellen-Problematik im Bereich der BIM-gestützten ­Tragwerksplanung von Brückenbauwerken. Hierbei wird eine Untersuchung der bislang entwickelten Schnittstellenansätze zwischen BIM und der Finiten Elementen Analyse (FEA) für einen konsistenten Informationsfluss zwischen dem rein geometrischen und dem Finiten-Elementen-Modell (FEM) vorgenommen.

Bereich Handwerk und Technik 

1. Platz: Das Team von viality space e.K. für den „XR-Buddy“ als Lösung zur Steigerung von Virtual Reality (VR)-gestützter Raumkonfigurationen durch Haptik. Der „XR-Buddy“ ist Schnittstelle von Realität und virtueller Welt. Mit ihm kann das in VR simulierte Material nicht nur in der VR betrachtet, sondern auch real berührt werden.

2. Platz: Alejandro Machado Nieto und Heiko Micksch, Technisches Berufskolleg Solingen, für die Lernvideos „Schüler helfen Schülern mit IT – Lear­ning Videos mit visuellen 3D-Darstellungen von Baukörpern“. Die Learning Videos sind während der Ausbildungszeit von Alejandro Nieto im Dachdeckerhandwerk mit Unterstützung seines Berufsschullehrers Heiko Micksch entstanden. Mithilfe eines CAD-Zeichentool-Programms mit Videofunktion hat der Auszubildende 3D-Modelle von Gebäuden in verschiedenen Ansichten visualisiert, um lernschwachen Schülern ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen zu geben.

3. Platz: Frank Peglow, Steinbeisschule Stuttgart, Berufsschule Bau, für das Tablet als Werkzeug des Zimmerers – ein pädagogisches Konzept zum DigitalPakt Schule. An praktischen Themen aus der Zimmererausbildung, dem Dach, der Fachwerkwand und dem Holzrahmenbau wird beispielhaft die Förderung von mathematischen, zeichnerischen und technologischen Kompetenzen aufgezeigt.

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